Die Bundesregierung hat am
4.6.2025 den
Entwurf eines „Gesetzes für ein steuerliches Investitionssofortprogramm zur
Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland“ beschlossen. Das Gesetz sieht
neben der Senkung des Körperschaftsteuersatzes u.a. die Wiedereinführung einer
degressiven Abschreibung von 30 Prozent pro Jahr für bewegliche
Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens vor.
Die geplanten
Maßnahmen im Überblick:
Wiedereinführung
und Aufstockung der degressiven AfA ab Juli 2025 bis Ende
2027
Üblicherweise schreiben Unternehmen
neu angeschaffte Maschinen, Geräte oder Fahrzeuge über die Jahre ihrer Nutzung
linear ab. Geplant ist nun neben der linearen AfA bei beweglichen
Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens eine sog. degressive AfA
von 30 Prozent wieder einzuführen. Dies soll für
Wirtschaftsgüter gelten, die nach dem
30.6.2025 und vor
dem 1.1.2028
angeschafft oder hergestellt worden sind. Das bedeutet, dass Unternehmen
bereits im Jahr des Erwerbs eines Wirtschaftsguts 30 Prozent der
Anschaffungskosten mit ihrem Gewinn verrechnen können. Im zweiten und dritten
Jahr sollen erneut 30 Prozent auf den restlichen Wert geltend gemacht werden
können.
Hinweis: Der bei der degressiven AfA
anzuwendende Prozentsatz darf höchstens das Dreifache des bei der linearen
Abschreibung in Betracht kommenden Prozentsatzes betragen und 30 Prozent nicht
übersteigen.
Schrittweise
Senkung des Körperschaftsteuersatzes ab dem
Geplant ist, die Körperschaftsteuer
von derzeit 15 Prozent ab dem
1.1.2028 in fünf
Schritten jedes Jahr um ein Prozent bis auf 10 Prozent ab dem VZ 2032 zu
senken.
Förderung der
Elektromobilität
Ferner ist eine
beschleunigte Abschreibung der Anschaffungskosten für
betriebliche Elektrofahrzeuge mit fallenden Staffelsätzen
geplant:
-
Im Jahr der Anschaffung 75
Prozent, -
im ersten Jahr danach 10
Prozent, -
im zweiten und dritten
Folgejahr 5 Prozent, -
im vierten Folgejahr 3 Prozent
und -
im fünften Folgejahr 2
Prozent.
Die Regelung soll für E-Autos
gelten, die nach dem 30.6.2025 und vor dem
1.1.2028 neu
angeschafft werden. Zudem ist vorgesehen, die
Bruttolistenpreisgrenze für die besondere
steuerliche Förderung elektrischer
Dienstwagen, die nach dem
30.6.2025
angeschafft werden, von aktuell 70.000 € auf 100.000 € zu
erhöhen.
Ausweitung der
Forschungszulage
Darüber hinaus soll die
Forschungszulage auf zusätzliche Gemein- und sonstige
Betriebskosten ausgeweitet werden, wenn die förderfähigen
Aufwendungen im Rahmen eines begünstigten Forschungs- und
Entwicklungsvorhabens, welches nach dem
31.12.2025
begonnen hat, entstanden sind. Dabei sollen die Gemein- und Betriebskosten über
einen pauschalen Abschlag von 20 Prozent berücksichtigt werden. Zudem ist eine
Anhebung der maximalen Bemessungsgrundlage
für nach dem 31.12.2025 entstandene förderfähige Aufwendungen von 10
Mio. € auf 12 Mio. € vorgesehen.
Absenkung des sog.
Thesaurierungssteuersatzes
Zu guter Letzt soll der
Thesaurierungssteuersatz für Einzelunternehmer und Mitunternehmer für nicht
entnommene Gewinne schrittweise in drei Stufen von derzeit 28,25 Prozent auf 27
Prozent (Veranlagungszeitraum 2028/2029), 26 Prozent (Veranlagungszeitraum
2030/2031) und 25 Prozent (ab dem Veranlagungszeitraum 2032) abgesenkt
werden.
Hinweis: Das Gesetz soll
nach dem Willen der Bundesregierung so schnell wie möglich das weitere
Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Bundestag und Bundesrat müssen dem Vorhaben
zustimmen.
Quelle: Regierungsentwurf eines
Gesetzes für ein steuerliches Investitionssofortprogramm zur Stärkung des
Wirtschaftsstandorts Deutschland; NWB
